Eine besondere Freundschaft und eine besondere Spende

Michael Richter (Mitte), Sohn des Verstorbenen, übergab die anlässlich des Todes seines Vaters Peter gesammelte Spende an Marco Hader, den Vorsitzenden des Nailaer Museumsvereins. Mit im Bild ist Günter Wetzel, der den Kontakt hergestellt hatte.

Unerwartete Unterstützung für das Museum Naila: Eine besondere Freundschaft und eine besondere Spende

Peter Richter aus Penig in Sachsen, als Wehrpflichtiger in der Grenzkompanie 8 in Harra stationiert, tat in der Nacht zum 16. September 1979 Dienst auf einem Wachturm in Blankenstein, als der Fluchtballon der Familien Wetzel und Strelzyk, besetzt mit insgesamt acht Personen, auf dem Weg von Oberlemnitz nach Naila die innerdeutsche Grenze überquerte. Richter nahm am Himmel ein Flackern und schemenhaft einen Ballon wahr, informierte über Funk Kameraden und die Kommandozentrale und bekam den Befehl, mit Scheinwerfern nach dem Flugobjekt zu leuchten. Doch der Ballon war viel zu hoch, als dass die Lichtkegel ihn hätten erreichen können.

Am Folgetag wurde Richter und seine Kameraden zu Einzelverhören geholt und musste zahlreiche Fragen zu seiner Beobachtung beantworten. Dass es sich um einen Fluchtballon gehandelt hatte, erfuhr er erst später aus dem Westradio.

Jahrzehnte später nahm Richter, inspiriert durch den Kinofilm „Ballon“, telefonisch zu Günter Wetzel Kontakt auf. Die beiden Männer, gleichaltrig, lernten sich kennen und schätzen und freundeten sich an. Jetzt ist Peter Richter überraschend verstorben.

Anlässlich seiner Trauerfeier hat seine Familie anstelle von Blumen um Geldspenden für das Museum Naila gebeten. Den Kontakt hatte Günter Wetzel hergestellt, der im Museumsverein Naila Ehrenmitglied ist.

Nun übergab Richters Sohn Michael die gesammelte Spende im Beisein von Günter Wetzel offiziell an das Museum. Diese besondere Spende steht nicht nur für die Unterstützung der musealen Arbeit, sondern auch für die Fortsetzung einer besonderen Geschichte, die aus Gegnerschaft Freundschaft werden ließ.

Das Museum Naila bewahrt und vermittelt die Geschichte rund um die spektakuläre Flucht im selbst gebauten Heißluftballon. Nicht nur die Original-Ballonhülle ist zu sehen, auch Filmdokumentationen werden gezeigt und die Ballonflucht kann von Besuchern mithilfe von VR-Brillen hautnah miterlebt werden. Die Spende wird dazu beitragen, die Erinnerungsarbeit weiterzuführen und insbesondere jüngeren Generationen die Bedeutung von Freiheit, Mut und Versöhnung nahezubringen.

Mit der Geste der Familie Richter wird deutlich: Geschichte endet nicht mit einem Kapitel – sie wirkt weiter. In Erinnerungen, in Freundschaften und in dem Engagement für ein lebendiges Gedenken.

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