„Nailaer Zinn“ wird unter den alten Handwerksberufen im Museum Naila auch nach der bevorstehenden Neueröffnung eine Rolle spielen. Zinngießer sind in Naila seit dem 18. Jahrhundert namentlich belegt. Der letzte Nailaer Zinngießer war Fritz Bischoff (1872-1957). Nach der Lehre in der Werkstatt seines Vaters ging er auf Wanderschaft, arbeitete unter anderem in Österreich und in der Schweiz, für rund zwei Jahre auch in Naila und weit überwiegend in Soltau (Niedersachsen). Im gesamten deutschsprachigen Raum genoss er in der Branche einen hervorragenden Ruf. Nach dem 2. Weltkrieg, schon in hohem Alter, ließ er sich von seinem vormaligen Arbeitgeber noch einmal für die Lehrlingsausbildung gewinnen und sorgte mit seiner erfolgreichen Arbeit für den Fortbestand des Unternehmens und des Berufstandes. Für seine Verdienste erhielt er 1956 das Bundesverdienstkreuz.
Darauf stieß Marco Hader, Vorsitzender des Museumsvereins, durch Zufall in altem Schriftverkehr des Frankenwaldvereins Naila. Über Bettina Müller, deren Mutter eine geborene Bischoff war, stellt er den Kontakt zur Familie von Fritz Bischoff her.
Dr. Erhard Bischoff aus Tübingen hat jetzt zusammen mit seiner Frau Gudrun das Bundesverdienstkreuz seines Urgroßonkels Fritz Bischoff an das Museum Naila übergeben. Dort wird es künftig zusammen mit der Geschichte der Nailaer Zinngießer zu sehen sein.